Licht – Die Schattenseite der Honiglagerung

Licht- Die Schattenseite der Honiglagerung

ein Gastbeitrag von Detlef Mix

zuletzt aktualisiert am 30. Januar 2026

Detlef Mix
Ein Gastbeitrag von Detlef Mix
Heilpraktiker, Autor und Manuka-Honig-Experte. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Naturprodukten und ordnet Qualitätsmerkmale, Herkunft und Verarbeitung verständlich ein.

Ist Honig ewig haltbar?

Honig muss, wie andere Lebensmittel auch, ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen. Manchem von uns mag dies ziemlich sinnfrei erscheinen, zumal wir doch wissen, dass Honig quasi ewig hält. Wir haben von archäologischen Funden erfahren, wonach Honig, der als Grabbeigabe privilegierten Verstorbenen den Weg ins Totenreich versüßen sollte, nach Jahrhunderten - wenn nicht sogar Jahrtausenden - noch genießbar war. Die ideale Lagerung von Honig scheint demnach darin zu bestehen, dass man ihn in verschlossenen Tongefäßen tief in der Erde verbuddelt.

Am besten kühl & dunkel

Tatsächlich sollte die Aufbewahrung des Honigs kühl und dunkel erfolgen. Der Kühlschrank könnte durchaus ein geeigneter Aufbewahrungsort sein, sofern sichergestellt ist, dass das Licht auch wirklich ausgeht, sobald seine Tür geschlossen wird. Was dagegen spricht, wäre die Tatsache, dass viele Honige dadurch ihre geschmeidige Streichfähigkeit einbüßen und diese für ihre Benutzer immer wieder neu erlangen müssen. Tausend Jahre würde ein Topf Honig natürlich bei keinem von uns halten. Selbst zwei Jahre braucht wohl kaum jemand, um ein Honiggefäß restlos zu leeren. Das Gemisch aus verschiedenen Zuckern, das den größten Teil des Honigs ausmacht, ist theoretisch unbegrenzt haltbar. Dies trifft jedoch nicht auf andere Honigbestandteile zu, die deutlich empfindlicher auf Hitze und Licht reagieren.

Die wertvollen Inhaltsstoffe

Das mit der Hitze haben wir ja längst begriffen, und wir vermeiden es, Honig in heißen Tee einzurühren, um die wertvollen sensiblen Enzyme nicht zu zerstören. Methylglyoxal, der antimikrobielle Stoff in Manuka-Honig ist zwar kein Enzym und daher auch nicht ganz so empfindlich, doch beispielsweise Glukoseoxidase, die im Verbund mit Wasser Wasserstoffperoxyd und Gluconsäure produziert, wodurch eine Verkeimung des Honigs verhindert und seine antibakterielle Eigenschaft unterstützt wird, reagiert sehr viel empfindlicher auf Erwärmung. Maximal 40° C, besser weniger, sollte ein Heißgetränk noch aufweisen, bevor wir Honig dazugeben. Wie gesagt, Methylglyoxal hält auch etwas höhere Temperaturen aus.

Die unterschätzte Wirkung von Licht

Doch wie sieht es nun mit der Lichtempfindlichkeit von Honigen aus, und wie kann dieser durch eine geeignete Verpackung Rechnung getragen werden? Es gibt Honig in allen möglichen Farbnuancen von fast völlig transparent bis ganz tief dunkelbraun. Dieses Farbspiel ist natürlich schön anzusehen. „Das Auge kauft mit“ meinen Imker und Honighändler. Daher möchten sie ihre Ware möglichst in klaren Glasbehältern präsentieren. Die Honigforschung konnte jedoch belegen, dass Honig unter intensivem Lichteinfluss sehr viel schneller altert und seine peroxide Eigenschaft einbüßt. Ein sehr klarer Honig kann in einem durchsichtigen Glasgefäß bereits nach 48 Stunden starker Lichteinwirkung seine Glukoseoxidase vollständig verloren haben.

Glas oder Plastik?

Bei dunkleren Honigen mit dichterer Konsistenz dauert der Zerfall entsprechend länger, zumal Licht in die Mitte der Masse nur abgeschwächt vordringen kann. Dabei ist normales Tageslicht ebenso schädlich wie UV-Strahlung. Farbige Kunststoffbehälter oder Pappbecher, die die Lichteinwirkung reduzieren, werden zwar in einigen Ländern standardmäßig genutzt, rufen jedoch bei Forschern und Verbrauchern Bedenken hervor, weil eine Belastung des Honigs durch Beschichtungs- oder Plastikausdünstungen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Optimal geschützt

Farbiges Glas ist daher die bessere Wahl, um Honig vor einer Schädigung durch Licht sowie Verbraucher vor toxischen Verunreinigungen zu schützen. Optimal wäre Mironglas (ganz tief violett), doch ist dabei der Kostenfaktor nicht unerheblich. Braunglas und beschichtetes Glas liefern einen relativ guten Schutz, sind aber auf jeden Fall kostengünstiger. Das Glas im dunklen Schrank aufzubewahren, wäre eine weitere einfache Schutzmaßnahme, die jeder Verbraucher selbst beachten könnte. Erzeuger und Händler sollten jedoch bereits bei Produktion und Lagerung die erforderlichen Lichtschutzmaßnahmen ergreifen. Gemeinsam können wir so die wertvollen Honigeigenschaften schützen und lange erhalten.

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